08
Feb
2010

Über “Versprich” Teil 2

In der Daisuki gibt es ja viele Geschichten mit einem sehr schönen, aufwändigen Stil. Da wollte ich natürlich nicht unangenehm herausstechen und habe mich für diese Veröffentlichung für ein größeres Format entschieden, nämlich B4. Getuscht habe ich mit einer sehr harten, dünnen Feder, die Gesichter habe ich mit einer Rundfeder gezeichnet. Ich musste mich sehr konzentrieren für diesen schönen, mädchenhaften Stil aber ich finde, es ist ganz gut geworden, haha.

Besonders viel Freude hatte ich auch an den Hintergründen in den Wald-Szenen. Dort tauchen sehr oft Birken auf (ich mag Birken). Schnees „Kringel-Wald“ ist dagegen sehr spontan entstanden. Hier gibt es übrigens ein kleines Geheimnis: Habt ihr euch mal die Lampen auf der Allee angeschaut, auf der Alphonse und Gigi sich erstmals streiten? Sie haben genau die selben Kringel, die ich auch mit Schnee optisch assoziiert habe. Hat der Erschaffer der Lampen vielleicht mal eine Begegnung mit Schnee gehabt? Diese Allee und der dazugehörige Wald sind für mich durch und durch magisch, haha.

Hier noch eine kleine Übersicht zu meiner Arbeitsweise: Um die Länge der Geschichte festzulegen (wenn es keine Seitenvorgabe gibt), mache ich immer zuerst ein grobes Storyboard. Das ist winzig klein und sieht in etwa so aus wie das hier:

Als das stand, konnte ich auch der Redakteurin genaue Angaben zur Länge machen. Danach kommen die (groben) Vorzeichnungen auf A4, die Bleistift-Reinzeichnungen und dann (in diesem Fall) das Hochkopieren auf das B4 Format. Ich habe dafür extra Zeichenpapier gekauft und, hach, es ist wirklich gut … Aber so teuer. Mal sehen, ob das für eine längere Serie eine Option ist …

Hier eine Übersicht: Zuerst die Skizzen auf normalen Kopierpapier:

Danach kommt das Tuschen auf B4. Manche zeichnen direkt auf ihren Skizzen aber ich pause immer durch, um mir den Radier-Arbeitsgang zu sparen und weil meine Bleistiftlinien sehr dick und tief sind.

Nach dem Tuschen kommt das Rastern. „Versprich“ ist eher zurückhaltend und hell gerastert aber ich habe auch an einigen Stellen weiche Übergänge in die Folie gekratzt, damit die Seiten nicht zu hart werden. Ein Beispiel für aufwändiges Kratzen wären z.B. die Lichtstrahlen im Wald auf Seite 100 oder Gigis „Schein“ in den Haaren auf Seite 114. Sowas dauert immer recht lange aber es macht die Seiten auch individueller als einfache gefüllte Flächen.

Hier noch ein paar Statistiken und „Geheimnisse“:

Ich habe 8 Federn für diese 44 Seiten verbraucht. Ich habe auch oft gewechselt …

Fast ein halbes Fässchen Tusche ist draufgegangen (aber ich bin auch etwas verschwenderisch damit, weil ich meine Feder zwischendurch sehr oft reinige).

Die Arbeitszeit betrug zwei Monate.

Was mit leicht gefallen ist: Die Haare.

Was mir schwer gefallen ist: „Schöne“ Gesichter. Nicht zu viel zu rastern.

Das kleine Papier-Hütchen, dass Alphonses Vater am Anfang trägt, soll an diese typischen Maler-Zeitungshütchen erinnern und war Menos Idee. Irgendwie setzt es seine Reputation etwas herab, oder? Haha!

Auf der letzten Seite gibt es gleich drei Hinweise auf Schnee.

Der Gag mit den Stachelbeeren rührt daher, dass ich selber sehr, sehr gerne welche esse.

Meine Lieblingsseite ist die Doppelseite 98/99, mein Lieblingspanel das auf Seite 103, das Große mit Schnee.

Die Geschichte hatte ursprünglich ein Cover, das findet ihr hier:

http://www.the-wired.de/gallery/1000.jpg

Das waren meine Zusatzinfos zu „Versprich“. Ob ich mal wieder was für die Daisuki machen werde? Wer weiß ;-) …

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05
Feb
2010

Über “Versprich”

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass „Versprich“ in dem Moment geboren wurde, als mir die Idee zu Schnees Charakterdesign kam. Die Geschichte an sich ist schon recht alt und sie schlummerte eine Weile in meiner Schublade, bevor sie irgendwie verwendet werden konnte. Aber manche Geschichten haben eben ihren bestimmten Zeitpunkt und bis dahin muss sich ein ungeduldiger Zeichner eben zusammenreißen, haha.

Hier sind die allerersten Design zu den Figuren, da sahen sie alle noch etwas jünger aus. Schnee hat sich als einzige kaum geändert.

Schnee-Entwurf

Alphonse wollte ich etwas cooler machen, da er ja eher der „Trottel“ der Geschichte ist. Deshalb musste er das mit seinem Aussehen etwas mehr auffangen, um nicht total ins Abseits zu rutschen. In den neuen Designs sieht er wirklich ECHT gut aus, so hätte er in der Realität sicher keine Probleme gehabt, Freunde zu finde, haha.

Alphonse-Entwurf

Gigi wollte ich etwas energischer machen, deshalb die kurzen Haare. Aber sie musste auch sehr niedlich sein, da sie ja bei ihrem großen Auftritt eine Art Beschützerinstinkt hervorrufen musste.

Gigi-Entwurf

Ab hier werde ich etwas mehr über die Geschichte schreiben, also SPOILER ALARM. Das gilt auch für Leute, die sich lieber ihre eigenen Gedanken zu Geschichten machen.

Ich musste etwas überlegen, um was sich der Streit von Gigi und Alphonse drehen würde. Paare streiten sich ja sehr viel, haha, also gab es eine Menge Möglichkeiten. Ich wollte, dass es zu einem Missverständnis kommt. Da diese meist passieren, wenn man den anderen in einer bestimmten Angelegenheit noch nicht so gut kennt, entschied ich mich für das Thema „Junges Pärchen“. Also ein Paar, das erst wenige Wochen zusammen ist.

Diese Zeit ist ein Gefühl voller Euphorie und Schmetterlinge und meist ist alles so rosarot, dass es einem im nachhinein schwer fällt, zu sagen, was man in den ersten Wochen überhaupt so getrieben hat (Sex jetzt mal ausgeklammert aber das war kein Thema in „Versprich“ ;-).)

In genau so einer Zeit beginnt meine Geschichte und man merkt an Alphonses Lobreden auf Gigi, dass er noch mitten in der „Verknallt“-Phase ist und sich sicher sehr zusammenreißen muss, um das alles für sich zu behalten und nicht über Gigi auszuschütten.

Gigi hingegen hatte schon ein paar Jungs als Freunde und, glaubt man den Gerüchten, die auch Alphonse kurz mithört, ist sie wohl etwas flatterhaft. Ob das wirklich so ist, habe ich bewusst offen gelassen. Wichtig für „Versprich“ ist nämlich nur, dass sie Alphonse ehrlich liebt. Die drei Tage, in denen sie ihn nach dem Streit nicht gesehen hat, waren sicher die Hölle für sie. Wahrscheinlich wollte sie unbedingt eine Aussprache aber durch sein Schwänzen bleibt ihr das verwehrt. Sicher musste sie sich auch sehr überwinden, bei ihm zuhause anzurufen. Wenn man jung ist, hat man ja auch viel Respekt vor den Eltern der Freundin/ des Freundes.

Schnee war gleich sehr beliebt aber das dachte ich mir schon. Ihr Design und ihre freundliche, unaufdringliche Art sind ja auch sehr süß, haha. Einige wollten noch mehr über sie erfahren aber ich habe bewusst alles ausgespart, was sie näher erklären würde. Sie ist ein Wesen aus einer anderen Welt und ihre vielen Geheimnisse sind ein Teil des Character-Designs. Sie ist wahrscheinlich der am freisten interpretierbare Charakter. Und der Ursprung vieler Fragen.

Würde sie Alphonse gehen lassen, wenn er sich von ihr abwendet? War ihr Wunsch an die Sternschnuppe wirklich der Auslöser dafür, dass sich Alphonse und Gigi wieder vertragen haben? Und was ist das für ein Vieh, auf dem sie reitet, haha?

Nun, ich verrate euch so viel: Schnee hat ein sehr feines Gespür für die Gefühle anderer.

In meiner Geschichte ist sie ein Symbol für „Stillstand“. Ihre Welt hilft Alphonse, seine Sorgen zu vergessen aber seine Probleme werden dadurch nicht gelöst. Vieles davon schlägt sich auch in ihrem Design wieder: Das ewige Kind, der ewige Frühling. Alles verharrt in Starre, wenn auch in einer sehr schönen. Aber Alphonse muss sich davon lösen, um voranzukommen. Das ist leider die traurige Wahrheit.

Hier endet der erste Teil von “Versprich – Deep Awesome Info”. Im zweiten Teil erzähle ich ein bißchen was zum Thema Optik und lüfte ein paar kleine Geheimnisse ^^. Freut euch auf den nächsten Newsletter :-D.

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