In der Daisuki gibt es ja viele Geschichten mit einem sehr schönen, aufwändigen Stil. Da wollte ich natürlich nicht unangenehm herausstechen und habe mich für diese Veröffentlichung für ein größeres Format entschieden, nämlich B4. Getuscht habe ich mit einer sehr harten, dünnen Feder, die Gesichter habe ich mit einer Rundfeder gezeichnet. Ich musste mich sehr konzentrieren für diesen schönen, mädchenhaften Stil aber ich finde, es ist ganz gut geworden, haha.
Besonders viel Freude hatte ich auch an den Hintergründen in den Wald-Szenen. Dort tauchen sehr oft Birken auf (ich mag Birken). Schnees „Kringel-Wald“ ist dagegen sehr spontan entstanden. Hier gibt es übrigens ein kleines Geheimnis: Habt ihr euch mal die Lampen auf der Allee angeschaut, auf der Alphonse und Gigi sich erstmals streiten? Sie haben genau die selben Kringel, die ich auch mit Schnee optisch assoziiert habe. Hat der Erschaffer der Lampen vielleicht mal eine Begegnung mit Schnee gehabt? Diese Allee und der dazugehörige Wald sind für mich durch und durch magisch, haha.
Hier noch eine kleine Übersicht zu meiner Arbeitsweise: Um die Länge der Geschichte festzulegen (wenn es keine Seitenvorgabe gibt), mache ich immer zuerst ein grobes Storyboard. Das ist winzig klein und sieht in etwa so aus wie das hier:
Als das stand, konnte ich auch der Redakteurin genaue Angaben zur Länge machen. Danach kommen die (groben) Vorzeichnungen auf A4, die Bleistift-Reinzeichnungen und dann (in diesem Fall) das Hochkopieren auf das B4 Format. Ich habe dafür extra Zeichenpapier gekauft und, hach, es ist wirklich gut … Aber so teuer. Mal sehen, ob das für eine längere Serie eine Option ist …
Hier eine Übersicht: Zuerst die Skizzen auf normalen Kopierpapier:
Danach kommt das Tuschen auf B4. Manche zeichnen direkt auf ihren Skizzen aber ich pause immer durch, um mir den Radier-Arbeitsgang zu sparen und weil meine Bleistiftlinien sehr dick und tief sind.
Nach dem Tuschen kommt das Rastern. „Versprich“ ist eher zurückhaltend und hell gerastert aber ich habe auch an einigen Stellen weiche Übergänge in die Folie gekratzt, damit die Seiten nicht zu hart werden. Ein Beispiel für aufwändiges Kratzen wären z.B. die Lichtstrahlen im Wald auf Seite 100 oder Gigis „Schein“ in den Haaren auf Seite 114. Sowas dauert immer recht lange aber es macht die Seiten auch individueller als einfache gefüllte Flächen.
Hier noch ein paar Statistiken und „Geheimnisse“:
Ich habe 8 Federn für diese 44 Seiten verbraucht. Ich habe auch oft gewechselt …
Fast ein halbes Fässchen Tusche ist draufgegangen (aber ich bin auch etwas verschwenderisch damit, weil ich meine Feder zwischendurch sehr oft reinige).
Die Arbeitszeit betrug zwei Monate.
Was mit leicht gefallen ist: Die Haare.
Was mir schwer gefallen ist: „Schöne“ Gesichter. Nicht zu viel zu rastern.
Das kleine Papier-Hütchen, dass Alphonses Vater am Anfang trägt, soll an diese typischen Maler-Zeitungshütchen erinnern und war Menos Idee. Irgendwie setzt es seine Reputation etwas herab, oder? Haha!
Auf der letzten Seite gibt es gleich drei Hinweise auf Schnee.
Der Gag mit den Stachelbeeren rührt daher, dass ich selber sehr, sehr gerne welche esse.
Meine Lieblingsseite ist die Doppelseite 98/99, mein Lieblingspanel das auf Seite 103, das Große mit Schnee.
Die Geschichte hatte ursprünglich ein Cover, das findet ihr hier:
http://www.the-wired.de/gallery/1000.jpg
Das waren meine Zusatzinfos zu „Versprich“. Ob ich mal wieder was für die Daisuki machen werde? Wer weiß ;-) …
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