11
Mar
2010

Ich und das japanische Fernsehen … Teil II

Soooo, willkommen zum zweiten Teil des TVTokyo-Berichts :-D!

Nachdem wir also über Manga an sich gesprochen hatten und sogar gefilmt wurde, wie ich Ishii-san ein Autogramm auf eine Signierkarte schrieb, kam Meno auf eine wundervolle Idee.

Warum untermauern wir unser Freaksein nicht noch etwas mehr? Also ließ Meno fallen, dass wir beide ja solche Tanzmatten hätten und ab und zu damit DanceDanceRevolution („DDR“) spielen würden.

Wie konntest du nur, Meno *heul*?! Jetzt kommen wir noch Otaku-mäßiger rüber XD!! Ich versuchte, es verzweifelt zu vertuschen aber das Team hatte schon Blut geleckt und so musste ich meine Platten hervorholen. Ich habe ja nicht nur Stoffmatten, sondern richtige, aus Metal … WIE EIN FREAK XDDD.

DDR ist übrigens schon out in Japan, allerdings war der Boom dort sehr groß, wie mir Ishii-san bestätigte. Kommen wir jetzt noch uncooler rüber?

Also spielten Meno und ich ein paar Lieder und hüpften herum, während die Kamera erbarmungslos draufhielt. Ich hoffe, man nimmt uns trotzdem ab, dass wir hart arbeiten und unsere Geschichten durchaus mit Hintersinn versehen … Ähähä.

Ishii-san probierte es auch ein wenig (sie hatte es vorher nie gespielt). Das bestärkt mich nur in der Annahme, dass ausländische Otakus immer die schrägsten Sachen aus Japan übernehmen, während normale Japaner den Kopf schütteln, haha.

Jedenfalls ging es daran direkt zum Kochen (für mich). Meno und ich hatten uns darauf geeinigt, dass es „typisch deutschen“ (?) Kartoffeleintopf geben sollte. Den mochte bis jetzt jeder.

Während ich also schnippelte, sollte Meno GANZ SPONTAN Ishii-san fragen, ob sie ihr nicht bei ihren Mangaseiten helfen wolle.

(Ach, mir klingelt immernoch das „Heee, darf ich wirklich …?“ von Marion in den Ohren, haha. Jedesmal, wenn wir Ishii-san etwas SPONTAN anboten (komm doch mit uns nach oben in die Wohnung, unterhalte dich mit uns über Manga, koch mit uns, schlaf doch hier“), gab es immer ein langgezogenes „Eeeeeh? Hier Japanisch einfügen … desu ka?“ von Ishii-san. Und Marion sagte dann immer aus dem Off die Übersetzung, haha. „Darf ich wirkliiich …?“)

Also jedenfalls durfte Ishii-san ein Kapitelcover von Meno schwärzen. Und das hat sie ziemlich gut gemacht, auch sehr sorgfältig. Als ich sie lobte meinte sie „Yasashi …“, also das ich sehr nett bin ^^. (Meno war der böse Cop und sehr streng *grins*.) Jedenfalls wechselte der Kameramann immer zwischen mir (Küchenarbeit) und Meno und Ishii-san hin und her ^^.

Vom nächsten Teil über’s Kochen gibt es wie angekündigt ein kurzes Video. Ja, ich weiß, dass ich toll bin.

Die Japaner wollten ein japanisches Curry machen. Das ist nicht zu vergleichen mit unserem (indischen) Curry hierzulande. Es ist vielmehr eine angedickte Soße aus grob geschnittenem Fleisch, Karotten, Kartoffeln und Zwiebeln. Ist superbeliebt bei Kindern und wird zusammen mit Reis gegessen. Ich war schon ganz hibbelig, weil ich gerne ausländisches Essen probiere.

Der Anblick zweier hart arbeitender Japaner in meiner Küche trieb mir die Tränen in die Augen.

Da ich alles schon vorgekocht hatte, konnte ich auch filmen und neugierig überall zuschauen.

Das Video gibt es hier:

Ich wollte ja noch was zum Thema Messerschärfen erzählen. Wusstet ihr, dass man Messer an der Unterseite von Tellern schärfen kann? Also an dem Teil, der nicht “glasiert” wurde? Ich wusste es jedenfalls nicht und war … fasziniert, als Ishii-san plötzlich anfing, das Messer an der Unterseite eines Suppentellers zu wetzen. Allerdings macht es auch irgendwie Sinn, schließlich gibt es Messerschleifer aus Keramik. Wieder was dazugelernt …

Das Curry war lecker (Meno mochte es nicht soooo wegen den großen Zwiebelstücken) und ich möchte es gerne mal nachkochen …

Nachdem sich Marion erneut hundertmal entschuldigte, dass sie so lange geblieben waren (es war schon gegen 10 Uhr) wurde noch das Essen gefilmt (es lief so ab, wie im letzten Beitrag beschrieben, mit langen Pausen zwischen den Antworten, haha). Besonderes Augenmerk wurde auf unseren Eintopf gelegt. Wir mussten ihn sogar nochmal extra nachwärmen, damit er auch ordentlich dampfte, haha. Jaja, das Fernsehen.

Ein Weile danach verabschiedete sich das Team und Ishii-san blieb allein bei uns zurück. Wir erfuhren, dass sie gut Englisch spricht und ein Jahr als Austauschschülerin in Neuseeland gelebt hatte. Ah, ist es nicht wundervoll, andere Menschen besser kennenzulernen? Mehr über sie zu erfahren, minderte auch diese Japaner-Glorifizierung. Liebe Fangemeinde, Japaner sind auch nur Menschen ;-D.

(Der Kameramann hatte übrigens 5 Jahre in Berlin gelebt und verstand Deutsch deshalb ganz gut. Es erzählte etwas sehr Interessantes: In Japan ist man ja immer darauf bedacht, erstmal an die „Gruppe“ zu denken, also „Was denken die anderen über mich bzw. beschäme ich sie gerade durch mein Verhalten?“ etc. … Als er hier in Deutschland war, brauchte er eine ganze Weile, bis dieser Verhaltensdruck von ihm abfiel und er sich „natürlich“ geben konnte. Er erzählte auch, dass die Freunde, die er hier kennenlernen durfte, „echte“ Freunde wurden. Ist das nicht schön ^^?)

Ishii-san zog sich dann in ihr Zimmer zurück und Meno und ich giggelten noch eine Weile herum. Ich schätze, so gegen 2 Uhr gingen wir schlafen. Morgens um 10 Uhr frühstückten wir zu dritt und gegen 11 Uhr wurde unser japanischer Gast wieder abgeholt. Sie erzählte uns noch, dass es am gleichen Tag weiter nach Köln gehen würde … Arbeitssame  Japaner …

Wir filmten noch die Verabschiedung und damit war der Spuk vorbei. Eine tolle Erfahrung —

Marion versicherte uns, das wir auf keinen Fall eine DVD bekämen; natürlich ironisch gemeint ;-D. (Wusstet ihr, dass Japaner keine Ironie kennen? Das hatte mir Jo auch schon mal erzählt …)

Wenn es zum Thema DVD etwas Neues gibt, erfahrt ihr es natürlich hier!

Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen und genießt das Video ^^!

******

Keinen Eintrag mehr verpassen – Newsletter abonnieren

08
Mar
2010

Ich und das japanische Fernsehen …

Wenn ich mich an etwas gewöhnen könnte, wären das Japaner, die in meiner Küche für mich kochen.

Wie ich bereits geschrieben habe, war am Samstag ein Fernsehteam von TVTokyo bei Meno und mir. Sie wollten eine Reportage über Deutsche machen, die in irgendeiner Form von Japan und seiner Kultur beeinflusst sind. Und da wir zwei im japanischen Comicstil zeichnen, bot sich das also an. Der Aufhänger war der Manga „Vertraute Fremde“ von Jiro Taniguchi, über den wir eben ins Gespräch kommen sollten.

Wir trafen uns bei unserem geliebten Balli (ein größerer Imbiss, in dem man neben Döner auch eine Menge anderer türkischer und deutscher Spezialitäten essen kann). Dort besprachen wir kurz, wie das Ganze ablaufen sollte und ich bestellte mir noch eine Linsensuppe (die dort echt toll schmeckt, aaahh).

Ishii-san, die „Hauptdarstellerin“ der Reportage würde an uns vorbeilaufen und wir würden „Konnichiwa!“ hinterherrufen, GANZ SPONTAN geraten wir darüber in ein Gespräch und laden Ishii-san zu uns in die Wohnung ein. Soweit, so gut.

Meno und ich setzen uns mit unseren Teegläsern an einen der Tische draußen und dann ging es gleich los.

Ich sage euch, ich werde keine Schauspielerin, denke ich XD. Ich musste mich erst daran gewöhnen, dass Marion (die Übersetzerin) immer erstmal im Hintergrund dolmetschen musste (in der Reportage selbst werden wir untertitelt glaube ich … Oder synchronisiert, haha). So kam es, dass es anfangs keine richtigen Gespräche gab, sondern nur Sätze mit großen Pausen dazwischen. Das hat mich unheimlich irritiert. Denken hätte ich es mir allerdings schon könne, ich Hirni >___> … Ich war unglaublich verkrampft dadurch, Meno und ich begannen oft, gleichzeitig zu sprechen oder Ishii-san ins Wort zu fallen. Wie doof kann man eigentlich sein. Das muss beim nächsten Mal besser laufen, ähähä ^^;.

Von früher wusste ich noch, dass man bei solchen Aufnahmen nicht in die Kamera schauen sollte (es sieht einfach dämlich aus). Trotzdem ist es mir oft passiert, da Marion immer in der Nähe der Kamera saß und ich mich unwillkürlich immer zu ihr drehte, wenn sie übersetzte.

Aber im Laufe des Drehs wurde es natürlich besser …

Es wurde ohne Pause weiter gefilmt, während wir mit Ishii-san zu unserer Wohnung liefen, den Hausflur betraten, die Treppen erklommen und schließlich in unserer Etage ankamen (außer Atem, wir wohnen ganz oben). Begleitet wurde das Ganze von langezogenen „Eeeehhh …!“s und „Sugoi …!“s, also in etwa „Woooow, gibt’s ja nicht!“ wegen der Größe und Höhe der Zimmer.

Dann folgte ein langer Teil, in dem wir über Jiro Taníguchi und seine Werke sprachen und schließlich den Bogen zu unseren eigenen Mangas schlugen. In den Pausen scherzten wir immer mit Marion herum, die wirklich super lieb war und sich auch hundertmal für die Umstände entschuldigte, wobei wir generell abwinkten, das Ganze sei doch auch interessant und lustig für uns. Die Regisseurin und der Kameramann Masa-san beratschlagten währenddessen ausführlich über weitere Aufnahm-Perspektiven und machten ein paar Standbilder Menos und meiner Werke (Shikishi-Motive für Leipzig, Daisuki und TP-Veröffentlichungen etc. …). Ich war nebenbei ziemlich erstaunt, wie viel ich doch aufschnappen konnte. Natürlich verstand ich extrem wenig aber einige Vokabeln sind durch das jahrelange Anime-Schauen doch hängen geblieben. Fernsehen bildet also doch!

Im nächsten Teil erfahrt ihr, warum ich Meno an diesem Abend gerne noch den Hals umgedreht hätte (Scherz, haha) und wieso Japaner viel besser im Messerschärfen sind, als wir.

Über Kommentare würde ich mich wie immer sehr freuen ^^. Wenn ich richtig, richtig gut bin, gibt’ s bei Teil 2 vielleicht auch ein kleines Video.

******

Keinen Eintrag mehr verpassen – Newsletter abonnieren

05
Mar
2010

Das japanische Fernsehen … bei mir ?!

OK, Leute. Das Schicksal geht manchmal verschlungene Wege. Aber manchmal stolpert es auch und fällt den Abhang herunter.

Folgendes ist passiert: Ich erhielt per Mail eine Anfrage. Ein japanisches Fernsehteam von TVTokyo würde gerne einen kleinen Bericht machen und ich wurde gefragt, ob ich mich dafür zur Verfügung stelle. Sachen gibt’s. (TVTokyo ist übrigens der Sender, der Pokemon ausstrahlt.)

Das alles kam so:  Ich hatte ja mal eine Rezension zu Jiro Taniguchis “Vertraute Fermde” auf Tagesspiegel.de geschrieben. Und dieses Team macht jetzt eine Reportage über ihn und sind so auch über mich gestolpert. Und da ich Mangaka bin, haben sie sich gleich festgebissen, haha. Jedenfalls möchte die Regisseurin (eine Frau Ishii) mal hier vorbeikommen.

Also haben wir uns gestern zusammen mit Meno in meinem Lieblings-Eiscafé getroffen, um uns erstmal zu beschnuppern. Die Übersetzerin Marion ist sehr nett und wird für diesen Tag die Dolmetscherin spielen. Sie hat sich zwar tausendmal für die Umstände entschuldigt aber ich bin immernoch eher gespannt und freue mich schon riesig auf die ganze Sache.

Die Regisseurin Ishii-san ist ebenfalls sehr nett und war ganz angetan von Supageti-Eisukurimu, also Spaghetti-Eis (das bestelle ich immer) und sie hat sich dann ebenfalls eine Portion bestellt, haha.

Jedenfalls ist der Plan, bzw. der Plot des Filmes, dass Ishii-san eben immer “gaaanz zufällig” auf der Straße interessante Leute trifft, die (in diesem Fall) Japan-Einflüsse aufweisen, obwohl sie in Deutschland wohnen. Also z.B. Mangazeichner oder Go-Spieler. Wir treffen uns dann dann zuuufällig vor einem Dönerladen und, spontan wie Meno und ich sind, laden wir Ishii-san dann zu uns in die Wohnung ein.

Dort werden wir kochen, plaudern und eben einen gemütlichen Abend verbingen. Und daaaann wird Ishii-san tatsächlich bei uns schlafen O_o. Einfach aus Gag, haha. Sie hat gefragt, ob das OK wäre und ich habe zugesagt. Sonntag morgen werden wir dann alle zusammen frühstücken und dann ist der Spuk auch schon wieder vorbei.

Mein Gott. Crazy. Aber ich freue mich schon drauf. Außerdem glitzere ich, wenn ich dem Team beim Japanisch sprechen zuhöre. Bin ich doch ein Nerd?

Hier noch zwei Photos:

Meno und ich (*glubsch*) mit Ishii-San. Die Bedienung im Eis-Café hat sie für eine Schülerin gehalten. Japaner halt ^^. Aber sehr süß ^^.

DAS habe ich ewig nicht mehr gemacht XD. Spiegelphotos. Wir waren danach noch shoppen, weil Meno etwas für Leipzig brauchte (Es ist was ganz Niedliches geworden, hach). Die Spiegel in den Umkleiden sind schon fiese Illusionisten, haha.

Das war’s. Demnächst folgt ein ausführliches Bericht, wie’s am Wochenende so lief ^^. Bis dann!

******

Keinen Eintrag mehr verpassen – Newsletter abonnieren