Ich und das japanische Fernsehen …
Wenn ich mich an etwas gewöhnen könnte, wären das Japaner, die in meiner Küche für mich kochen.
Wie ich bereits geschrieben habe, war am Samstag ein Fernsehteam von TVTokyo bei Meno und mir. Sie wollten eine Reportage über Deutsche machen, die in irgendeiner Form von Japan und seiner Kultur beeinflusst sind. Und da wir zwei im japanischen Comicstil zeichnen, bot sich das also an. Der Aufhänger war der Manga „Vertraute Fremde“ von Jiro Taniguchi, über den wir eben ins Gespräch kommen sollten.
Wir trafen uns bei unserem geliebten Balli (ein größerer Imbiss, in dem man neben Döner auch eine Menge anderer türkischer und deutscher Spezialitäten essen kann). Dort besprachen wir kurz, wie das Ganze ablaufen sollte und ich bestellte mir noch eine Linsensuppe (die dort echt toll schmeckt, aaahh).
Ishii-san, die „Hauptdarstellerin“ der Reportage würde an uns vorbeilaufen und wir würden „Konnichiwa!“ hinterherrufen, GANZ SPONTAN geraten wir darüber in ein Gespräch und laden Ishii-san zu uns in die Wohnung ein. Soweit, so gut.
Meno und ich setzen uns mit unseren Teegläsern an einen der Tische draußen und dann ging es gleich los.
Ich sage euch, ich werde keine Schauspielerin, denke ich XD. Ich musste mich erst daran gewöhnen, dass Marion (die Übersetzerin) immer erstmal im Hintergrund dolmetschen musste (in der Reportage selbst werden wir untertitelt glaube ich … Oder synchronisiert, haha). So kam es, dass es anfangs keine richtigen Gespräche gab, sondern nur Sätze mit großen Pausen dazwischen. Das hat mich unheimlich irritiert. Denken hätte ich es mir allerdings schon könne, ich Hirni >___> … Ich war unglaublich verkrampft dadurch, Meno und ich begannen oft, gleichzeitig zu sprechen oder Ishii-san ins Wort zu fallen. Wie doof kann man eigentlich sein. Das muss beim nächsten Mal besser laufen, ähähä ^^;.
Von früher wusste ich noch, dass man bei solchen Aufnahmen nicht in die Kamera schauen sollte (es sieht einfach dämlich aus). Trotzdem ist es mir oft passiert, da Marion immer in der Nähe der Kamera saß und ich mich unwillkürlich immer zu ihr drehte, wenn sie übersetzte.
Aber im Laufe des Drehs wurde es natürlich besser …
Es wurde ohne Pause weiter gefilmt, während wir mit Ishii-san zu unserer Wohnung liefen, den Hausflur betraten, die Treppen erklommen und schließlich in unserer Etage ankamen (außer Atem, wir wohnen ganz oben). Begleitet wurde das Ganze von langezogenen „Eeeehhh …!“s und „Sugoi …!“s, also in etwa „Woooow, gibt’s ja nicht!“ wegen der Größe und Höhe der Zimmer.
Dann folgte ein langer Teil, in dem wir über Jiro Taníguchi und seine Werke sprachen und schließlich den Bogen zu unseren eigenen Mangas schlugen. In den Pausen scherzten wir immer mit Marion herum, die wirklich super lieb war und sich auch hundertmal für die Umstände entschuldigte, wobei wir generell abwinkten, das Ganze sei doch auch interessant und lustig für uns. Die Regisseurin und der Kameramann Masa-san beratschlagten währenddessen ausführlich über weitere Aufnahm-Perspektiven und machten ein paar Standbilder Menos und meiner Werke (Shikishi-Motive für Leipzig, Daisuki und TP-Veröffentlichungen etc. …). Ich war nebenbei ziemlich erstaunt, wie viel ich doch aufschnappen konnte. Natürlich verstand ich extrem wenig aber einige Vokabeln sind durch das jahrelange Anime-Schauen doch hängen geblieben. Fernsehen bildet also doch!
Im nächsten Teil erfahrt ihr, warum ich Meno an diesem Abend gerne noch den Hals umgedreht hätte (Scherz, haha) und wieso Japaner viel besser im Messerschärfen sind, als wir.
Über Kommentare würde ich mich wie immer sehr freuen ^^. Wenn ich richtig, richtig gut bin, gibt’ s bei Teil 2 vielleicht auch ein kleines Video.
******
Keinen Eintrag mehr verpassen – Newsletter abonnieren


Hui, sogar mit kleinen Comics illustriert :D ich hoffe, ihr kriegt nen Mitschnitt von dem Film!
Die Comics sind aber nicht so schick wie deine, ähähä ^^;; …
Tolle Zusammenfassung bisher. :) Ich musste beim Lesen schmunzeln. Haha, ich freu mich schon auf den zweiten Teil (hoffentlich mit Video). ;D
Na dann häng ich mich rein ^^ …
Das muss wahnsinning interessant gewesen sein °-°
Ein Video wäre natürlich die Krönung <3 Und was zum Kuckuck hat das Messerschärfen damit zu tun xD?
Freut mich, dass es gefällt. Das gibt Kraft, wenn man mal wieder einen halben Tag Blog-Einträge vorbereitet, haha.
Da scheint man ja in Japan eine ziemlich andere Auffassung von Spontanität zu haben. *lol* Aber sehr interessant zu lesen wie das so mit den Aufnahmen geplant und durchgeführt wird.
Ich schließ mich außerdem Lew an und hoffe, dass man die Reportage auch irgendwann einmal zu sehen bekommen kann. :)
Naja, vielmehr war ich überrascht, das wir das Ganze nur einmal durchgesprochen haben und dann gleich ohne Schnitt drauflos gefilmt wurde. Ich habe immer auf das “OK, jetzt kurz Pause!” gewartet. Aber es kam nicht O_O …
Wir bekommen wohl eine DVD zugeschickt aber wieviel ich davon ins Netz stellen kann, ist die Frage. Ich lass mir was einfallen ^^.